1. Seetag
Vor uns liegt eine Reise von ca. 3300 Kilometer nach Salalah. Wie wir morgens bei einer Informationsveranstaltung erfahren, vorbei am Golf von Aden, wo unser Boot von Kriegsschiffen bewacht wird, da dort immer mit Übergriffen von Piraten zu rechnen ist. Gut, das soll nur 27 Stunden dauern, dann sind wir hier durch – trotzdem ein komisches Gefühl. Wir brutzeln heute bei 30 Grad in der Sonne, hören uns kurz einen schlechten Vortrag über Mumien an von einem Dozent, der selbst wohl schon die eine oder andere Zeremonie über sich ergehen hat lassen (auch nicht schlecht denn so entstehen hier ein paar Zeilen und ich muss nicht zuhören – was auch unmöglich ist) und machen einen Salsa Schnupperkurs mit Tatiana Perez am Nachmittag was super Spaß macht, morgen machen wir gleich den nächsten. Auch Massimo Sinato und Frau sind an Board und bekommen sogar einigen Zulauf beim ChaCha Kurs auf dem Pooldeck – gut sieht das aber bei den meisten Paaren nicht aus.
Abends schauen wir uns die AIDA Shows im Theatrium an, ein Zauberer und die Show Divaria. Das Bühnenequipment ist klasse, der Sound auch und die Show gelungen, das lohnt sich.
Zwei Anmerkungen zu unseren Mitreisenden:
Das Reisepublikum der AIDA ist im Durchschnitt typisch deutscher Rentner (es gibt einige Ausnahmen, aber bei 1900 Passagieren ist das ein Tropfen auf den lauwarmen Urinstein). Soll heißen, es werden morgens schön Liegestühle im Überfluss besetzt (teilweise sogar 2, einen in der Sonne, einen im Schatten) und auch ohne Skrupel Fettleibigkeit an jeder nur Möglichen Gelegenheit zur Schau gestellt: Nackt am Pool, im Bikini beim Mittagessen oder auch einfach Zwischdurch und Überall – wir hatten immer mehr Anstand von dieser Generation erwartet – weit gefehlt, auch geschupse und vorgdrängeleien beim Essen ist da an der Tagesordnung. Es geht wirklich zu wie im Kindergarten, nur mit vielen alten Menschen. Außerdem wird uns heute endlich unweigerlich klar, was die schrecklich fetten alten Menschen (oder in Kombination, es gibt auch schlanke Alte und fette “jüngere” Leute) hier wollen: einfach schön weiter Kilos aufbauen und/oder den Lebensabend etwas durch Hautkrebs versüßen. Was das Ganze bestätigt ist die Schlange vor den Restauranttüren, 15 Minuten vor deren Öffnung – klar ein Überbleibsel aus den Kriegstagen. Beste Story zu der Dreistigkeit dieser Mitreisenden Altersschicht: Bei einer Abendveranstaltung kommt ein Rentnerpärchen zu spät (wahrscheinlich zu lang Abendessen gewesen) und sie sagt zu uns, wir sollen doch für sie Platz machen, damit sie sitzen können (fragt natürlich nur uns, weil alle anderen sind ja auch schon alt) – geht’s noch – wie wär’s mit pünktlich kommen? Dann setzten sie sich auf die Treppe und pöbeln die schon vorher dort stehenden Leute an, weil sie ja nun im Sitzen nichts sehen und das mit einer Dreistigkeit den ganzen Abend lang, dass ich dies hier festhalten muss.
2. Seetag
Heute geht es morgens mit dem Salsa Kurs weiter. Für 2 Stunden wird getanzt was das Zeug hält. 20 Paare sollten kommen, gefühlt sind es mindestens doppelt so viele, die sich in der Anytime Bar tummeln – also etwas warm, aber super!
Anmerkung zum Housekeeping und Thema Seekrankheit:
Das Housekeeping ist sehr freundlich und gründlich, stört uns aber leider immer zwischen Frühstück und Pooltime, lässt sich aber mit dem Schildchen an den Tür Knauf abwimmeln. Etwas Trinkgeld gleich zu Anfang der Reise beschert einem stets die volle Aufmerksamkeit…
Wie auf jedem Schiff wackelt und rüttelt, wankt und zittert auch die AIDA durch das Meer. Man kann es überall spüren, auf jedem Deck zu jeder Zeit. Es ist aber nicht so intensiv, dass Einem gleich schlecht wird davon. Wir können bisher noch keinerlei Übelkeit vermerken. In den kommenden Tagen wird der Seegang zunehmen, dann wird es uns sicher auch etwas flau im Magen (und dies sollte auch so kommen).
Seetag 3 und 4:
Der erste Sonnenbrand ist da. Er kommt unerwartet, da wir uns sehr gut eingecremt hatten, aber gut, da müssen wir jetzt durch, selbst schuld. Da hat die Sonne hier wohl doch etwas mehr power als bei uns.
Anmerkung zu den Angestellten
Auf dem Schiff sind Rund 600 Menschen angestellt – in der Küche, als Scouts, Housekeeping oder an der Bar. Interessant ist hierbei, dass hier das Durchschnittsalter Mitte 20 ist. Alle die wir treffen und mit denen wir ins Gespräch kommen sind nicht älter als 25. Auch die Solisten im Theater sind nicht viel älter. alle sind sehr freundlich, ich glaube hier wurde der Begriff der “Happy Pill” erfunden. Ein Grossteil der Angestellten sind Asiaten. Es ist jedenfalls ein krasser Gegensatz im Alter zur Kundschaft.